Zelt mit Vorleger, 1999, Öl auf Leinwand, 160x200cm,
courtesy artist



Haltestelle, 1999, Öl auf Leinwand, 150x200cm
courtesy artist



Osero, 2001, Öl auf Leinwand, 150x190cm
private collection Luxembourg



Saalspiel, 2001, Öl auf Leinwand, 200x290cm
Ausstellungsansicht Galerie Nossbaum&Reding Luxembourg 2002



o.T., 2002, Öl auf Leinwand, 140x110cm
private collection Luxembourg
Ausstellungsansicht Galerie Nossbaum&Reding Luxembourg 2002



Binz, 2002, Öl und Alutape auf Leinwand, 150x200cm
courtesy artist



Hello spaceboy, Öl auf Leinwand, 220x170cm
Ausstellungsansicht Der Goldene Schnitt, Atelier Immendorff, Kaistraße 16, 2002
privat collection Schweiz



Nightroom, 2003, Öl auf Leinwand, 200x300cm
indigo collection London



Palastbar, 2004, Öl auf Leinwand, 240x190cm
private collection



Palast, 2004, Öl auf Leinwand, 140x160cm
courtesy artist



Klassik, 2004, Öl auf Leinwand, 170x210cm
courtesy artist



Subotnik, 2004, Öl auf Leinwand, 175x260cm
courtesy artist



Risiko, 2005, Öl auf Leinwand, 155x200cm
private collection Düsseldorf



Sprühplansche, Öl auf Leinwand 2005, 210x250cm
private collection



Dynamo, Öl auf Leinwand 2005, 140x125cm
Museum Kunstpalast Düsseldorf



Ghost, 2007, Öl, Lackspray auf Leinwand, Serie aus 9 Bildern
(1 Bild 40x50cm u. 8 Bilder 30x40cm)
Ausstellungsansicht about blanc, Konrad Fischer Galerie Düsseldorf 2007



Moonnight, 2007, Öl, Lackspray auf Leinwand, Serie aus 9 Bildern
(1 Bild 40x50cm u. 8 Bilder 30x40cm)
Ausstellungsansicht about blanc, Konrad Fischer Galerie Düsseldorf 2007



Rebels, 2007, Öl, Lackspray, Tape auf geknitterter Leinwand, 200x290cm
Museum Kunstpalast Düsseldorf



o.T., 2007-2008, Öl, Lackspray, Alutape auf Leinwand, 200x280cm
courtesy artist



Seltsamer Ort, 2007-2008, Öl, Lackspray auf Leinwand, 200x290cm
private collection cologne



Im Kleinwalsertal, 2008, Öl, Lackspray auf Leinwand, 220x300cm
Ausstellungsansicht Galerie Sebastian Brandl Köln 2009



Anderswo, 2009, Öl, Lackspray auf geknitterter Leinwand, 200x290cm
Ausstellungsansicht Galerie Sebastian Brandl Köln 2009



Danach, 2010, Öl, Lackspray auf geknitterter Leinwand, 150x185cm
Ausstellungsansicht Der Fetzige Indianer Galerie Sebastian Brandl Köln 2010



o.T., 2011, Öl, Lackspray auf Leinwand, 150x190cm
Ausstellungsansicht Galerie Sebastian Brandl Köln 2012



Geist, 2012, Öl, Lackspray auf Leinwand, 150x190cm
Ausstellungsansicht Galerie Sebastian Brandl Köln 2012



Draußen, 2012, Öl, Lackspray auf Leinwand, 150x210cm
Courtesy Sebastian Brandl



No holiday, 2013, Öl, Lackspray auf Leinwand, 150x190cm
Ausstellungsansicht Galerie Sebastian Brandl Köln 2013



Danach, Nacht, Draußen, o.T., 2015, Öl auf Leinwand,
4 Arbeiten je 100x70cm
Ausstellungsansicht Los Angeles Museum of Art (LAMOA) 2015



 

 

 

Rezension Harald Uhr

Jan Stieding
DER FETZIGE INDIANER
Eröffnung | Opening: Freitag, 03. September 2010, 18 – 22 Uhr
Ausstellung | Exhibition: 04. September bis 23. Oktober 2010

Ausstellungstext
Jan Stieding

Wenn die Wirklichkeit sich in einer Zwischenwelt der Ratlosigkeit eingerichtet hat und sich behäbig dortselbst auf längere Sicht häuslich niederzulassen gedenkt, wird es Zeit, die Frage nach den Utopien und Wunschbildern von einst und jetzt erneut und zum wiederholten Male auf die Agenda zu setzen, gilt es doch der Verknappung von Kontakten mit der Welt entgegenzutreten und wenigstens ein wenig Bewegung in die verfahrene Sachlage zu bringen. Auf den ersten Blick scheinen uns die Bilder des 1966 in Bad Langensalza / Thüringen geborenen Jan Stieding ebendies zu bieten, wenngleich sie auch nicht ohne hintersinnige Stolperfallen daherkommen. Noch allzu vertraut mit den verordneten Lebens- und Weltentwürfen der DDR begann Stieding sein Studium an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden unmittelbar nachdem das sozialistische Experiment sein Pseudodasein eingestehen musste und zur abgeschlossenen Episode deklariert wurde. Ab 1995 setzte Stieding sein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf fort und beendete es schließlich 1998 als Meisterschüler in der Malklasse von Jörg Immendorff. Den kritischen Blick auf gesellschaftspolitische Fragestellungen konnte sich der Künstler auch hier bewahren, selbst wenn die Revolution, wie Heiner Müller seinerzeit anmerkte, jetzt keine Heimat mehr habe.  

Bei Jan Stieding geht es jedoch nicht darum, mit oder in seinen Bildern zu revolutionieren, sondern eher darum, die Dinge ein wenig zu überlisten, sie aufzulockern und damit beweglicher zu machen, misstraut er doch nach wie vor einem normierten Denken und Sprechen. Bilder haben demgegenüber schließlich den nicht unerheblichen Vorzug, auf einer Deutungsoffenheit beharren zu können. Zudem liefern sie die Projektionsfläche auf einen Raum, in dem Reales und Imaginäres einander begegnen oder sich mischen können. Stiedings Bilder sind durchwebt von einer dialektischen Intensität. Angesiedelt zwischen Zweifel und Verheißung, Schönheit und Skepsis überschneiden sich permanent Traumgebilde und Zeitbilder. Ein psychedelisch imprägnierter Realismus scheint seine Bildfindungen zu bestimmen. An der Grenzlinie zwischen Darstellung und Abstraktion schmuggelt Stieding völlig ungeniert einen Hedonismus ohne spirituelle Obertöne. Dabei verortet er die unterschiedlichen, aus der medialen Bildmaschine ausgesiebten Quellen, vom beiläufig entdeckten Illustriertenfoto zum eigens freigestellten Filmstill, in den Rahmen eines subjektiven Motivpanoramas. Das eigentliche Material sind sowieso die Bilder im Kopf. Die malerische Umsetzung könnte man demnach zur Postproduktion rechnen, wenn nicht die  ausführende Behandlung mitunter selbst einen bestimmenden Part einfordern würde. Gerade weil der Hintergrund diffus und atmosphärisch, ja, außer dezente Anklänge an Wald und Wiese, nachgerade vorläufig und unspezifisch  wirkt, eine dezidierte Festlegung tunlichst verweigert, gerät das Wechselspiel mit der Imagination und dem Bildgedächtnis des Betrachters zum festen Bestandteil des Ganzen, Bild und Gegenbild bedingen einander.  

In seiner zweiten Einzelausstellung in den Räumen der Galerie Sebastian Brandl sind vornehmlich Bilder aus der diesjährigen Produktion des Künstlers zu sehen. Neben der Impression einer großformatigen Konzertbühne zeigen die mittleren Formate zumeist somnambule Einzelfiguren, Hippies, Zombies oder Waldgeister in idyllischem Naturambiente, Wesen, die die Schranken des bürokratischen Lebens abgestreift zu haben scheinen und als verblassendes Nachbild einen mit elegischer Nostalgie angereicherten melancholischen Grundmodus verkörpern. Die aufgesetzten traumverlorenen Gestalten auf diesem wässrig-amorphen Fond wirken daher wie eine Halluzination, die als fragende Erscheinungen eingeblendet werden. Möglicherweise werfen sie Fragen nach verschütteten Quellen des Geheimnisvollen auf oder wollen das gewöhnliche Leben vor einer Entzauberung in Schutz nehmen. Den festgehaltenen ekstatischen Augenblicken haftete dabei jedoch etwas zutiefst bühnenhaftes, filigran Verspieltes an. Stieding malt simulierte Erinnerungen, die auftauchen, kurz bevor sie verglühen. Erinnerung ergibt Identität. Wenn aber die Erinnerung ein Flickwerk aus Tatsachen und Fantasien ist, manchmal vielleicht nur aus Fantasien, was, so scheinen diese Bilder zu fragen, bleibt dann von der Identität übrig. Seine Visionen sind mit einem rückwärts gewandten Zeitkolorit behaftet. Diese Körper haben nur so viel Materie, wie es zu einer Verheißung bedarf. Im Bild bleibt, was sonst nicht bleiben kann. Verstörende Einsprengsel, Farbverläufe und irritierende Flecken sowie Zonen der Unschärfe lassen es fragwürdig erscheinen, ob der Künstler den realen Gegenstand wahrnimmt oder ihn nicht vielmehr irrealisiert. Gegenwelten und Orte des Abseits stehen zur Disposition und werfen Fragen nach den in der Vergangenheit entwickelten Utopien, Visionen, Ideologien und ihrer Einlösung in der Gegenwart auf. Vielleicht sind einige davon ja bereits eingelöst, nur haben wir es beizeiten nicht mitbekommen, weil das Bild, welches wir von ihnen hatten, nicht mit der Form in Deckung zu bringen ist, die sie bei ihrer Umsetzung übergestreift haben. Modern sein heißt eben auch wissen, was nicht mehr geht.  

Harald Uhr

 

VITA

1966
geboren | born in Bad Langensalza/Thüringen | Thuringia Lebt und arbeitet | lives and works in Düsseldorf.

1995-1998
Studium Freie Kunst | studies of Fine Arts Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler bei Prof. Jörg Immendorff

1991-1994
Hochschule für Bildende Künste, Dresden

 

Einzelausstellungen (Auswahl) | Solo exhibitions (selection) 

2016
Danach, Sebastian Brandl, Köln | Cologne zu Gast bei ck-f München

2015 
Thereafter. Outside. Los Angeles Museum of Art (LAMOA) (mit | with Jörg Wagner)

2014
Draußen, Merck Finck & Co, Privatbankiers, Düsseldorf Open Studio, Cite des Arts, Paris

2013
Herbstsalon, Studio Aachener Straße, Düsseldorf YIA Lille Grand Palais, Nosbaum & Reding - Art Contemporain, Luxembourg

2011
Black Park, Studio Aachener Straße, Düsseldorf

2010
DER FETZIGE INDIANER, Sebastian Brandl, Köln | Cologne

2009
ANDERSWO, Sebastian Brandl, Ludwig-Gies-Park, Köln | Cologne TAT und Betonbar (mit | with Jörg Wagner), Beletage, Köln | Cologne Tage ohne Ende, Stadtmuseum im Augustinerkloster, Bad Langensalza

2008
Das Leben der anderen, Sebastian Brandl, Köln | Cologne

2007
one, two, three, Wandergalerie Stephanie Bender, München | Munich Fast Forward, artist in residence, Galerie Zink, New York

2006
Empor (mit | with Jörg Wagner), Halle 26, Düsseldorf

2005
Risiko, Nosbaum & Reding Art Contemporain, Luxemburg | Luxembourg, Moonnight (mit | with Elke Nebel), Düsseldorf

2002
Alimentation Générale - Nosbaum & Reding - Art Contemporain, Luxemburg | Luxembourg

2001
Alimentation Générale- Nosbaum & Reding - Art Contemporain, Luxemburg | Luxembourg

2000
Kaistraße 16, Atelier | studio Immendorff, Düsseldorf


Gruppenausstellungen (Auswahl) | Group exhibitions (selection)

2016

BETON, Lehmbruck-Museum,Duisburg

2015
At Home with Collector G., Livingstone gallery, Den Haag

2014
Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung des Museums, Museum Ratingen, Ratingen

2013
Accrochage 2, Saarbrücken GROUPSHOW, Galerie Sebastian Brandl, Köln Traditionelle und zeitgenössische Kunst, Beijing, Kunstmuseen von Wuhan, Xi‘an, Chengdu und Shanghai

2012
Museum Kunstpalast Düsseldorf zu Gast bei Merck Finck, Privatbankiers, Düsseldorf Benefizausstellung, Kunstverein München Galerie F6, Schöppingen Zeigen, Galerie Sebastian Brandl, Köln

2011
GARAGE SALE, Galerie Sebastian Brandl, Köln Gesellschaft Für Streitorientierte Kulturforschung, Düsseldorf betonbar6, Neuer Kunstverein Wuppertal

2010
betonbar5, Lokalisation-Nische-Raum, Düsseldorf betonbar4, Galerie Stephanie Bender, München

2009
Menschenbilder 1620/2009. Zeitgenössische Bildnisse begegnen alten niederländischen Porträts, Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf, Wadersloh-Liesbor Von Liebeslust und Lebenslast – der inszenierte Alltag, Museum Schloss Corvey, Höxter Sebastian Brandl zeigt: ‚Für M.‘, Zentrum Alte Kirche, Niederhausen

2008
about painting, Musèe des Abattoirs, Toulouse sucked in-blown out, kjubh, Köln Parcours interdit, TMB, Malkastenpark, Künstlerverein Malkasten Düsseldorf

2007
more than human, pARTerre, Düsseldorf update 07, Galerie Gmyrek, Düsseldorf von Pferden und Affen, Museum Ludwig Koblenz, Koblenz about: blank, Konrad Fischer Galerie, Düsseldorf ITINERA NOVA, Berlin 2006
Gregor Schneider:Totalschaden, Bonner Kunstverein, Bonn Tor,Tor,Tor, Künstlerverein Malkasten, Düsseldorf 2005
Casa mia, mmki, Berlin offshore-splinter, Schloss Plüschow, Mecklenburg–Vorpommern | Mecklenburg Western Pomerania Zementa, Felix-Ringel-Galerie, Düsseldorf offshore-splinter, Kunsthaus Essen, Essen

2004
Janis Avontis, Cornelius Quabeck, Jan Stieding, Galerie Rüdiger Schöttle, München | Munich bMd, Wandergalerie Stefanie Bender, München | Munich Red motA - Lebt und Arbeitet!, Kjubh, Köln | Cologne La section d´Or, La Lune en Parachute, Kunstverein Epinal, Epinal

2003
In memoriam Bob Ross, Kunstverein Konstanz, Konstanz Snow White, Felix-Ringel-Galerie (Kunstrasen), Düsseldorf

2002
Der goldene Schnitt, Atelier | studio Immendorff, Düsseldorf


Projekte | Projects

seit 2009
Betonbar

2005-2008
Off-Raum ‚The Mini Bar‘, Düsseldorf | Off-Space ‚The Mini Bar‘

2000-2001
Kurator für die Ausstellungsreihe ‚Junge Kunst‘ im Auftrag von Jörg Immendorff in dessen Atelier im Hafen, Düsseldorf | curator of the exhibition serial ‚Junge Kunst‘ by order of Jörg Immendorff in his studio, Düsseldorf


Lehrerfahrung | Teaching Experience

WS 2008-SS 09
Lehrauftrag für Malerei, Universität Kassel

2007
Workshop im Rahmen „Kultur und Schule“, Ratingen

1998-2001
Assistent von Professor Jörg Immendorff, Düsseldorf

Förderungen | Promotions

2012
artist in residence, Schöppingen

2007
artist in residence, Galerie Zink, New York

2006/2007
Projektstipendium | project scholarship Stadt Düsseldorf für | for ‚The Mini Bar‘

2006
Projektstipendium | project scholarship Kunststiftung NRW

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